Der Sonntag ist recht unaufregend. Welch ein Segen! In der Früh gehe ich bei Wimpy etwas frühstücken und dann an die Uni: E-Mails, Spiegel-Online, Wikipedia, YouTube. Das macht süchtig! Auf dem Rückweg hole ich die Klamotten ab, die für mich zurückgelegt wurden. Tatsache. Der Verkäufer erinnert sich an mich und wir plaudern kurz über diese lästigen Stromausfälle, ich bezahle und verlasse den Laden. Ja, am Sonntag. Zwar haben die meisten Geschäfte nur am Vormittag offen, aber immerhin.
Arnos hat sich gleich zu Anfang dafür entschuldigt, dass seine Waschmaschine noch nicht installiert ist. Im ersten Moment war mir das auch ziemlich Schnuppe, Hauptsache war, ich bekomme das Zimmer. Aber mit der Zeit frage ich mich schon wie ich hier am besten meine Kleidung waschen soll. Arno ist unterwegs und ich kann ihn nicht fragen. Also versuche ich am Nachmittag Wäsche zu waschen. Schließlich wärmen meine T-Shirts, mein Hemd und meine tolle braune Hose gerade ein argentinisches Waisenkind – zumindest rede ich mir das ein, damit ich mich nicht so aufrege – und irgendwann gehen die frischen Klamotten bestimmt aus. Vorsorglich habe ich mir ein bisschen Waschpulver besorgt, das auch zur Handwäsche geeignet ist. Es hat um die 3 Rand gekostet; 30 Euro-Cent für ein Paket Waschpulver. Das nenne ich faire Preise. Ich lege meine Oberteile in die Seifenlauge im Waschbecken und knete die Kleidung etwas durch. Es funktioniert wunderbar und ich bin ein bisschen stolz auf mich. Als ich fertig bin kommt Arno und fragt, was ich da treibe. Es empfiehlt mir den Trockenplatz hinter dem Garten um meine Sachen aufzuhängen und etwas amüsiert von meiner Aktion erklärt er mir, wie er Wäsche wasche, bzw. wo er seine Wäsche waschen lasse. Ganz in der Nähe gibt es eine Wäscherei – Washington CD. Eine Ladung Wash & Fold für 29 Rand. Das ist akzeptabel denke ich und beschließe, das in Zukunft auch dort machen zu lassen. Auf Neudeutsch würde man das sicherlich Private Service Outsourcing nennen.
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